15. November 2024 • Daniel Wellermann • 3 min Lesezeit
Mein Wechsel zu Fedora
Mein Wechsel zu Fedora
Kurzfassung: Nach einem Jahr Ubuntu auf dem Desktop bin ich zu Fedora 43 gewechselt. Vanilla GNOME, Flatpak statt Snap, aktuelle Technologien mit QA – passt besser zu meinem Workflow.
Ausgangslage
Ich nutze Linux seit 2005. Nach vielen Jahren mit Arch (XFCE und GNOME) wollte ich etwas Neues auf dem Desktop, vor allem mit GNOME als DE. Ein Jahr mit Ubuntu zeigte mir, dass dessen Entscheidungen (Snap, starke Patches) nicht zu meinem Workflow passen.
Ich respektiere Ubuntu – damit bin ich in die Linux‑Welt gestartet und es hat mich die ersten Jahre begleitet. Allerdings zwangen mich Ubuntu-Versionen 25.04 und 25.10 zweimal, den Kernel zurückzurollen. Das war mir in den letzten Jahren unter Arch nicht passiert.
Fedora hatte ich noch nie wirklich ausprobiert. Kurzerhand entschied ich mich für Fedora 43.
Warum Fedora
- Vanilla GNOME: GNOME so, wie die Entwickler es vorgesehen haben — sauber und vorhersehbar.
- Leading edge mit QA: Aktuelle Technologien (Wayland, PipeWire, Btrfs) werden früh geliefert, aber getestet.
- Flatpak statt Snap: Bessere Integrations- und Paketphilosophie für Desktops.
Der Knackpunkt: LTS vs. Rolling Release
Zwei Extreme prägen oft die Linux-Desktop-Welt: LTS (wie Ubuntu) und Rolling Release (wie Arch). Bei LTS-Versionen rennst du auf dem Desktop nach einem Jahr immer neueren Softwarepaketen hinterher – für Entwickler, die aktuelle Toolchains brauchen, ein echter Krampf. PPA-Chaos vorprogrammiert. Arch Linux auf der anderen Seite ist großartig, erfordert aber dauerhafte Aufmerksamkeit (Bleeding Edge). Für mich bringt Fedora hier die goldene Mitte: Ein Release alle 6 Monate (Leading Edge). Ich habe brandaktuelle Pakete, profitiere von den neuesten Wayland-Optimierungen, aber das System wird vor dem Release gründlich durch die QA-Abteilung getestet. Kein Basteln am Wochenende, um einen zerschossenen Grafiktreiber nach einem Update via Pacman händisch reparieren zu müssen.
Server vs. Desktop
Meine Server laufen weiter auf Ubuntu LTS oder Debian. Desktop und Server müssen nicht dieselbe Distribution haben. Für servernahe Tests nutze ich Container (z. B. Distrobox oder LXC):
distrobox create --image ubuntu:22.04 --name server-env
distrobox enter server-env
Fazit
Fedora ist mein aktueller Daily Driver. Moderne Software, fühlt sich schnell und stabil an. GNOME läuft deutlich runder als unter Ubuntu. Mal sehen, wie lange das so bleibt – und ob mich der Rolling-Release-Charme von Arch irgendwann zurückzieht.
👋 Bye bye apt, pacman — hello dnf.
System-Setup
Nach der Installation habe ich das System nach meinen Bedürfnissen eingerichtet.
DNF-Konfiguration
sudo nano /etc/dnf/dnf.conf
[main]
gpgcheck=True
installonly_limit=3
clean_requirements_on_remove=True
best=False
skip_if_unavailable=False
max_parallel_downloads=10
fastestmirror=True
Anschließend ein Update durchgeführt:
sudo dnf upgrade --refresh
Shell-Umgebung: zsh + Oh My Zsh
Als langjähriger zsh-Nutzer war das einer der ersten Schritte:
sudo dnf install zsh
sh -c "$(curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/ohmyzsh/ohmyzsh/master/tools/install.sh)"
Zusätzlich habe ich eza als modernen ls-Ersatz installiert und entsprechende Aliases konfiguriert.
GNOME Extensions
Um GNOME noch produktiver zu machen, habe ich folgende Tools und Extensions installiert:
sudo dnf install gnome-tweaks
sudo dnf install gnome-extensions-app
sudo dnf install gnome-shell-extension-appindicator
sudo dnf install gnome-shell-extension-gsconnect
Nautilus-Erweiterungen:
sudo dnf install nautilus-extension
Entwicklungsumgebung
Meine gewohnte Toolchain:
Git-Konfiguration
git config user.name "Daniel Wellermann"
git config user.email "..."
SSH-Keys konfiguriert für GitHub und meine Server (PVE, AdGuard, etc.)
Node.js via NVM
curl -o- https://raw.githubusercontent.com/nvm-sh/nvm/v0.40.3/install.sh | bash
nvm install node
Go Language
wget https://go.dev/dl/go1.25.5.linux-amd64.tar.gz
sudo tar -C /usr/local -xzf go1.25.5.linux-amd64.tar.gz
export PATH=$PATH:/usr/local/go/bin
Visual Studio Code
Über das offizielle Microsoft-Repository installiert, damit Updates automatisch über DNF kommen.
Anwendungen
Die wichtigsten Programme für meinen Alltag:
- Thunderbird: E-Mail-Client
- KeePassXC: Passwort-Manager
- VLC: Multimedia-Player
- OBS Studio: Für Screencasts und Aufnahmen
- Shotcut: Video-Editing
- Gradia: Screenshot-Tool (als Flatpak)
- btop: System-Monitoring im Terminal